Author: Prof. Dr. Markus Bresinsky

Postfaktum

Key Points: Alternative facts do not replace epistemology Feelings and emotions can not replace critical science and research Am 22. Januar 2017 fiel dieser bedeutende Satz; in einem Interview von Chuck Todd mit der Beraterin des US Präsidenten Kellyanne Connway in der NBC Sendung ‘Meet The Press’. Angesprochen auf die unrichtigen Angaben des Regierungssprechers Sean Spicer zu den Besucherzahlen während der Inauguration des US Präsidenten antwortete Connway: “What– You’re saying it’s a falsehood. And they’re giving Sean Spicer, our press secretary, gave alternative facts to that.”(1) Da war sie ausgesprochen, die Idee von ‘alternativen Fakten’ als eine Art von Fakten, die nicht den real wahrgenommenen Fakten entsprechen. ‘Alternative Fakten’ reihen sich gegenwärtig in eine Sammlung von Begriffen ein, die wie ‘postfaktisch’, ‘post truth’ und ‘Fake News’ den Wert von faktenbasierten Diskursen in Frage stellen. Eigentlich wird mit diesen begrifflichen Konstrukten versucht, einen Ausweg aus dem empirischen Gewirr und dessen erkenntnistheoretischen Dilemmata (Was können wir wissen? Wie können wir wissen, was wir wissen?) zu finden. Im Grunde bleiben die Begriffe aber nur eine Verkürzung , denn …

Von der Sicherheit

Key Points: Terms ‘security’, ‘safety’ and ‘certainty’ can help to understand and explain better the challenges for current security policy. In international relations more security for one actor leads to less safety for other actors. By the same process both will loose certainty. Balanced security, safety and certainty policy is needed to overcome the deadlock. In der Betrachtung von Sicherheitspolitik kommt dem Begriff der “Sicherheit” eine entscheidende Bedeutung zu. Bei einer inhaltlichen Bestimmung des Begriffes stoßen die Bemühungen jedoch schnell an ihre Grenzen. In der deutschsprachigen Fassung fehlt eine wichtige Differenzierung, die wir nur in der englischsprachigen Fassung kennen. Dort wird Sicherheit als ‘Security’ aber auch als ‘Safety’ erfasst . Die Unterscheidung zwischen beiden Begriffen ist aus zweierlei Gesichtspunkten interessant. Sie zeigt den Nutzen eines interdisziplinären Dialoges und sie führt zu einer differenzierten politikwissenschaftlichen Betrachtung von Sicherheitspolitik. (1) Zunächst ist es ein überwiegend ingenieurwissenschaftlich geprägtes Begriffspaar, das mit ‘Security’ die Abwesenheit von äußeren Gefahren sowie Störungen für ein System benennt und mit ‘Safety’ die Abwesenheit von Gefahren sowie Störungen für die Nutzer eines Systems oder …

Angewandte Politikwissenschaft

In einer globalisierten und international dicht vernetzten Welt sind die Anforderungen an zukünftige Fach- und Führungskräfte entsprechend vielfältig und teilweise kaum greifbar. Klassische Berufsbilder des Ingenieurs, der Managerin oder der wissenschaftlichen Angestellten werden oft sehr schnell mit den notwendigen Fähigkeiten assoziiert. ‘Rechnen’, ‘führen’ und ‘analysieren’ können, sind dabei oft zu hörende Aussagen. Doch welche anderen Berufsbilder und Tätigkeitsfelder gibt es jenseits dieser klassischen Vorstellungen? Welche Herausforderungen stellen sich in diesem Zusammenhang der Lehre und Forschung an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften? Dies soll an einem Beispiel mit eigenen Erfahrungen in dem Bachelor Studiengang International Relations and Management aufgezeigt werden. An der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg existiert mit dem Bachelor Studiengang International Relations and Management ein Programm, in dem explizit politikwissenschaftliche Inhalte aus den Internationalen Beziehungen unterrichtet werden. Es stellt sich in diesem Zusammenhang die Aufgabe, Politikwissenschaft als angewandte Wissenschaft zu lehren. Grundsätzlich sieht man sich dabei drei großen Herausforderungen gegenüber. Erstens ist die Theorie – und Forschungsbreite des Faches derart groß, dass eine Einschränkung auf wenige Teilgebiete wie z.B. der vergleichenden Politikanalyse, der Internationalen Beziehungen …